Die US-Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fordert eine jüngste Gerichtsentscheidung heraus, die es der Prognosemarktplattform Kalshi ermöglichen würde, Verträge im Zusammenhang mit den Ergebnissen der US-Wahlen anzubieten
- Gerichtliche Anhörung stellt die CFTC gegen Kalshi
- Bedenken hinsichtlich Marktmanipulation und Wahlintegrität
- Kalshi verteidigt die Marktviabilität und die Einhaltung von Vorschriften
Die US-Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fordert eine jüngste Gerichtsentscheidung heraus, die es der Prognosemarktplattform Kalshi ermöglichen würde, Verträge im Zusammenhang mit den Ergebnissen der US-Wahlen anzubieten. Der laufende Rechtsstreit hat Bedenken hinsichtlich der Integrität von Wahlwetten und des Umfangs der Regulierungsbefugnisse der CFTC aufgeworfen.
Gerichtliche Anhörung stellt die CFTC gegen Kalshi
Bei einer Anhörung vor dem Berufungsgericht des Bezirks Columbia argumentierten der General Counsel der CFTC, Rob Schwartz, und der Anwalt von Kalshi, Yaakov Roth, warum das Unternehmen politische Prognosemärkte betreiben dürfen sollte. Die Anhörung fand nach einer Entscheidung des Bezirksgerichts statt, die besagte, dass die CFTC es nicht verhindern kann, Verträge anzubieten, die darauf basieren, welche Partei beide Häuser des Kongresses kontrollieren wird.
Kurz nach der Entscheidung beantragte die CFTC eine vorübergehende Aussetzung, die vom Berufungsgericht gewährt wurde.
Berufungsrichter: „Gibt es irgendwelche Beweise, im Gegensatz zu ‚Grund zu glauben‘ oder Hypothesen…, dass kurzfristige Manipulationen von Wahlwettmärkten den Wahlprozess oder das Ergebnis beeinflussen?“
CFTC GC: „Das habe ich nicht.“
Die drei Richter, Patricia Millett, Cornelia Pillard und Florence Pan, stellten beide Argumente in Frage und zeigten sich eher skeptisch gegenüber der vorgebrachten Begründung. Die Richter fragten die CFTC nach ihrer Ansicht zum Commodity Exchange Act sowie nach den Konsequenzen, die sich aus der Möglichkeit ergeben, auf das Wahlergebnis zu wetten.
Bedenken hinsichtlich Marktmanipulation und Wahlintegrität
Die Bedenken der US-Commodity Futures Trading Commission umfassen Bedrohungen für die Marktintegrität und Manipulation von wahlbezogenen Prognosemärkten. Schwartz wies darauf hin, dass politische Prognosemärkte anfälliger für falsche Informationen und Manipulationen sind als andere Ereignismärkte.
Er erklärte, dass die Erlaubnis solcher Verträge zu Fehlwahrnehmungen in der Öffentlichkeit führen könnte und somit das bereits schwache Vertrauen in die US-Wahlen weiter untergraben könnte, insbesondere in einer Zeit, in der mehr Bürger die Gültigkeit des Wahlsystems anzweifeln.
Schwartz bemerkte auch, dass traditionelle Futures-Verträge auf sachlichen und genauen Informationen basieren, während politische Märkte durch gefälschte Umfragen, Fake News und andere agenda-getriebene Medien verzerrt werden könnten. Er stellte fest, dass die CFTC diese zugrunde liegenden Ereignisse nicht ausreichend überwachen kann und es daher schwierig bleibt, Fairness und Transparenz in den Märkten zu fördern.
Kalshi verteidigt die Marktviabilität und die Einhaltung von Vorschriften
Der Anwalt von Kalshi, Yaakov Roth, wies die Bedenken hinsichtlich der Einhaltungsmaßnahmen von Kalshi zurück und bemerkte, dass regulierte Prognosemärkte transparenter sind und mehr Aufsicht bieten als weniger regulierte ausländische Plattformen. Roth argumentierte, dass Märkte, die von einem robusten und umfassenden rechtlichen Rahmen unterstützt werden, weniger wahrscheinlich manipuliert werden als die unregulierten ausländischen Märkte, mit denen Kalshi in einem regulierten Umfeld konkurrieren möchte.
Laut Roth hat das Unternehmen auch Maßnahmen zur Kundenidentifizierung (‚Know Your Customer‘) integriert, um sicherzustellen, dass nur zugelassene Marktteilnehmer Transaktionen durchführen, und empfahl, dass es einen lokalen regulierten Markt geben sollte, um die Abhängigkeit von weniger transparenten ausländischen Märkten zu überwinden. Er behauptete, dass die Erlaubnis dieser regulierten Prognosemärkte besseren Schutz für die Teilnehmer bieten und die Chancen auf Verzerrungen durch ausländische Elemente minimieren würde.
Daher wird erwartet, dass das Berufungsgericht in den kommenden US-Wahlen 2024 so bald wie möglich eine Entscheidung trifft. Die CFTC arbeitet an einer Regelung, die den Handel mit politischen Ereignissen wahrscheinlich verbieten wird, da die Kommission sagt, dass solche Verträge dem öffentlichen Interesse schaden. Rechtsexperten haben argumentiert, dass die Gerichte oder die Legislative eingreifen und Leitlinien für die Zukunft von wahlbezogenen Prognosemärkten geben müssen.
Der Vorsitzende der CFTC, Rostin Behnam, hat ebenfalls Bedenken hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit geäußert, dass die Finanzaufsichtsbehörde in Wahlverträge involviert wird, und gesagt, dass solche Aktionen außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Behörde liegen könnten.